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Resilienz stärken

Resilienz fördern
Resilienz stärken

Kurze Info für Neulinge!

Nachdem ich ausgiebig in den Praxis- und Basic-Artikeln beschrieben habe, wie der LangeWeg funktioniert und wie er angewandt wird, möchte ich nun im Blog einen neuen Weg einschlagen. Künftig stelle ich dir hauptsächlich aktuelle Themen vor, die sich in der Welt ereignen oder die in der Öffentlichkeit diskutiert werden – und zwar aus der Perspektive des LangeWeges.

 

Für die Praxis-Beiträge sei noch erwähnt: Die Namen sind frei erfunden, die Geschichten sind fiktiv, aber keineswegs ohne Realitätsbezug. Was ich hier in abgewandelter Form beschreibe, habe ich während meiner langen Beraterlaufbahn häufig ähnlich erzählt bekommen. Gemeinsamkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

 

Resilienz stärken

Resilienz ist seit mehreren Jahren in aller Munde – doch was meint der Begriff genau? Einfach nur psychische Widerstandskraft in stressigen Situationen? Oder steckt mehr dahinter? Wann ist Resilienz wichtig und ist sie trainierbar? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der aktuelle Artikel.

 

Seit gut zehn Jahren beobachte ich verstärkt, dass es zum Thema „Resilienz“ viele Vorträge, Seminare und Bücher gibt. Aber warum hat die Resilienz derart an Bedeutung gewonnen? Möglicherweise hat dieser Trend etwas mit steigenden beruflichen Belastungen zu tun, die nicht selten psychische und psychosomatische Erkrankungen zur Folge haben. Offenbar gibt es ein stetig wachsendes Problem, dem man etwas entgegensetzen möchte: Das Mittel der Wahl könnte Resilienz sein.

 

Inspiriert durch ein äußerst sehenswertes Video „Resilienz – Was die Seele stark macht“ im Rahmen der Sendung „Planet Wissen“ (SWR Fernsehen) vom 27.01.2021 möchte ich im aktuellen Artikel ein paar Gedanken zum Thema „Resilienz“ beisteuern. Das Video gibt’s hier zu sehen:

https://www.ardmediathek.de/swr/video/planet-wissen/resilienz-was-die-seele-stark-macht/swr fernsehen/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTBlNjAzN2NlLWY1ZjMtNGYyOS05NjkwLTMzYzgzYmUxYjc5NQ/

 

Definition Resilienz

„Unter Resilienz wird die Fähigkeit von Menschen verstanden, Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklung zu nutzen“, schreibt die Schweizer Psychotherapeutin Rosmarie Welter-Enderlin schon 2006 in ihrem Buch „Resilienz – Gedeihen trotz widriger Umstände“.

 

Mit dem Begriff lediglich die Metapher eines Stehaufmännchens zu verbinden, greift aus meiner Sicht folglich zu kurz. Es geht bei Resilienz nicht nur darum, nach Belastungen wieder aufzustehen und als derselbe weiterzumachen wie vorher. Resilienz schließt immer auch Anpassungsprozesse, persönliche Veränderungen, Entwicklungsschritte mit ein. 

 

Was einen resilienten Menschen ausmacht

Nach meinem Verständnis verfügt der resiliente Mensch über mehrere Fähigkeiten und Eigenschaften, die ihn nicht nur in die Lage versetzen, Krisen zu bewältigen, sondern ihn auch befähigen, alltäglichen Stress zu meistern. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: Der resiliente Mensch kann seine Kompetenzen und Ressourcen so einsetzen, dass in seinem Leben deutlich weniger Krisensituationen und Stresserfahrungen entstehen.

 

Aber welche Fähigkeiten und Eigenschaften sind das? In ihrem Buch „Resilienz“ geht die Trainerin und Professorin Jutta Heller auf die sieben Schlüssel für mehr innere Stärke ein:

  1. Akzeptanz: Annehmen, was ist
  2. Optimismus: darauf vertrauen, dass es besser wird
  3. Selbstwirksamkeit: von seinen Kompetenzen überzeugt sein und Einfluss nehmen
  4. Eigenverantwortung: für eigene Entscheidungen Verantwortung übernehmen, anstatt einen Schuldigen zu suchen
  5. Netzwerkorientierung: Kontakte pflegen und sich bei Herausforderungen Unterstützung holen
  6. Lösungsorientierung: die Dinge aktiv angehen und sich auf gut Funktionierendes konzentrieren
  7. Zukunftsorientierung: die Zukunft planen und auf Ziele hinarbeiten

Der von mir entwickelte LangeWeg konzentriert sich ganz besonders auf Schlüssel 3: die Selbstwirksamkeit. Dieser stellt aus meiner Sicht den Kardinalschlüssel für die anderen genannten Schlüssel und für viele Bewältigungsstrategien im Leben dar. Wer selbstwirksam ist, kann annehmen, was ist, kann sich in Optimismus üben, kann Kooperation lernen und leben, kann lösungsorientiert denken und handeln … und kann damit seine Resilienz stärken.

 

Ein selbstwirksames Leben wird dem Menschen in der Regel jedoch nicht einfach in die Wiege gelegt. Die Überzeugung, sein Leben selbst wirksam gestalten zu können, lässt sich weder wünschen noch erbitten. Auch gut gemeinte Appelle und Ratschläge der Mitmenschen („Glaube an dich!“, „Sei du selbst!“, „Lerne, nein zu sagen!“ etc.) sind erfahrungsgemäß wenig hilfreich. Nein, ein selbstwirksames Leben fußt auf bestimmten Voraussetzungen, die entwickelt werden wollen.

 

Nach dem LangeWeg erlebt der Mensch Selbstwirksamkeit, wenn er sich selbst gut zu lenken weiß. Und eine erfolgreiche Selbstlenkung hängt von drei Faktoren ab:

  1. Die Beachtung bestimmter „Grundgesetze“
  2. Die Entwicklung einer besonderen geistigen Grundhaltung
  3. Der Aufbau spezieller Kompetenzen – den eigenen Werkzeugen

Alle meine Blog-Artikel befassen sich thematisch mit diesen drei Punkten – sowohl theoretisch als auch anhand vieler praktischer Beispiele. Letztlich geht es darum, seine Fähigkeit zur Selbststeuerung zu verbessern, um damit ein selbstwirksames Leben führen zu können.

 

Welche Ziele damit verbunden sind, wofür es sich lohnt, an seiner Selbstwirksamkeit zu arbeiten, wird mithilfe der LangeWeg-Philosophie deutlich.

 

Resilienz nach der LangeWeg-Philosophie

In Ratgebern und in der psychologischen Fachliteratur taucht der Resilienz-Begriff besonders im Kontext gesundheitsgefährdender Themen wie Burn-out, psychosomatische Erkrankungen, Stress und Stressbewältigung als Schutzfaktor auf. Das Verständnis von Resilienz ist dabei jedoch oft stark von einer medizinisch-pathogenetischen Sichtweise geprägt. Der Mensch soll repariert oder immunisiert werden, damit er den äußeren Anforderungen im Haifischbecken des Alltags wieder gerecht werden kann.

 

Der LangeWeg fasst Resilienz weiter: In erster Linie verfolgt er einen salutogenetischen Ansatz, das heißt, es geht um die aktive Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden – mit einer praktisch erprobten und wissenschaftlich basierten Methode. Das umfassende Ziel ist, einen Lebensstil zu entwickeln, der die eigene Lebensqualität steigert – und zwar im Sinne von Selbstfürsorge, nicht um von außen an uns herangetragene Erwartungen erfüllen zu können. Auf diese Weise kann gesundheitlichen Problemen und Belastungen dauerhaft entgegengewirkt werden.

 

Seine konkreten Ziele, die er durch mehr Selbstwirksamkeit erreichen möchte, bestimmt der LangeWeg-Geher selbst. Diese Ziele richtet er an seinen vier psychischen Grundbedürfnissen aus. Wer sich dabei an der LangeWeg-Philosophie orientiert, der geht die Schritte hin zu mehr Gesundheit und Lebensqualität nicht allein, sondern kooperiert bei seinem Entwicklungsprozess mit anderen.

 

Schließlich denkt und handelt der LangeWeg-Geher ethisch verwurzelt – gleichgültige, ignorante, entfremdete, rücksichtslose und kompetitive Verhaltensweisen haben hier keinen Platz.

 

Resilienz-Test

Um seinen unvorteilhaften Denk-, Fühl- und Handlungsmustern, die viel Energie und damit Widerstandskraft rauben können, auf die Schliche zu kommen, habe ich den LangeWeg-Test entwickelt. Er kann eine gute Vorbereitung für die Förderung der eigenen Resilienz sein.

 

Resilienz und Forschung

Nach der Resilienz-Forschung beeinflussen personale Faktoren, Umwelteinflüsse und Prozessfaktoren die Widerstandsfähigkeit eines Menschen.

 

Zu den personalen Faktoren zählt die oben bereits erwähnte Selbstwirksamkeit, genauer: die Selbstwirksamkeitserwartung. Darunter versteht man die Erwartung eines Menschen, aufgrund seiner Fähigkeiten bestimmte Situationen im eigenen Sinne beeinflussen zu können und Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Mit Umwelteinflüssen ist in erster Linie die soziale Umgebung gemeint: Familie, Gemeinschaft, Kultur, Beziehungen am Arbeitsplatz oder in der Schule.

Zu den Prozessfaktoren zählt beispielsweise, wie man individuelle und gesellschaftliche Zukunftsperspektiven einschätzt.

 

Dieser differenzierten Betrachtung der Faktoren, die Einfluss auf die Resilienz jedes Einzelnen haben, trägt auch der LangeWeg Rechnung. Besonders wichtig ist dabei noch ein weiterer Aspekt: Menschen sind besonders dann resilient, wenn ihre zwischenmenschlichen Beziehungen von einem starken Zusammenhalt geprägt sind. Es gibt in der Forschung viele Hinweise darauf, dass es deutlich positive Auswirkungen für uns hat, wenn wir eher eine gemeinschaftlich-kollektive als eine individualistische Haltung vertreten und wenn wir mit den Menschen, mit denen wir es zu tun haben, gleiche Werte teilen.

 

Die große Gefahr, die mit der Resilienz-Forschung verbunden ist, besteht allerdings darin, dass Resilienz eine falsche Akzentuierung erhält. Nur zu gern wird Resilienz vom aktuellen Zeitgeist als Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Individuums zu erhöhen, ins Feld geführt. Die Lebensbedingungen werden als gegeben akzeptiert und es geht letztlich darum, den Menschen noch belastbarer und funktionsfähiger zu machen – egal, um welchen Preis. Das Individuum soll bei dieser Weltsicht als Einzelkämpfer lernen, mit Forderungen seiner Umgebung umzugehen und sich dafür so gesundheitsförderlich wie möglich zu verhalten.

 

Es sei deutlich gesagt: Um ein solches Menschenbild geht es beim LangeWeg nicht! Die von mir formulierte „Betriebsanleitung“ hat nicht zum Ziel, aus Menschen emotionale Panzer zu machen, an denen alles abprallt, oder sie widerstandsfähiger zu machen, um sie anschließend umso besser ausbeuten zu können. Eine falsch verstandene Resilienzförderung kann zwar kurzfristig dazu beitragen, krankmachende Bedingungen länger durchzuhalten.

Für Lebenszufriedenheit und Gesundheit ist dies aber langfristig sicher nicht förderlich. Das kann also nicht Sinn und Zweck der Übung sein. Deshalb werbe ich für eine kooperative und gesundheitsförderliche Selbstentwicklung mit dem Ziel, sowohl die eigene Lebensqualität als auch die der Mitmenschen zu fördern.

 

Über die Blog-Artikel kannst du mit anderen LangeWeg-Gehern und mit mir diskutieren.

Ich würde mich sehr freuen, mit dir ins Gespräch zu kommen!

  • Am einfachsten auf meiner Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Der-LangeWeg-430480271031432
    (Eine Anmeldung bei Facebook geht schnell, einfach und ist kostenlos. Mit Angaben zu deiner Person kannst du äußerst sparsam sein und dich auch jederzeit wieder abmelden.)
  • Du kannst die Kommentarfunktion unterhalb der Artikel nutzen.
  • Oder schicke mir einfach eine E-Mail: info@langeweg.de

Deine Meinung zu allen Themen und Artikeln im Blog interessiert mich sehr!

 

Ich freue mich, dich beim nächsten Artikel wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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