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Dankbarkeit lernen: Gedanken und Tipps

Dankbarkeit trainieren
Dankbarkeit lernen

 

 

Dankbarkeit lernen: Gedanken und Tipps

Dankbarkeit spielt für das psychische Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Wer dankbar sein kann, ist im Leben besser aufgestellt. Warum das so ist und wie du Dankbarkeit in dein Leben einbauen kannst, erfährst du im folgenden Artikel.

 

Zum heutigen Thema „Dankbarkeit“ wurde ich durch das lesenswerte Buch von Prof. Sven Voelpel inspiriert: „Die Jungbrunnen-Formel: Wie wir bis ins hohe Alter gesund bleiben“.

Sein Credo: Um gesund alt werden zu können, sind mehrere Faktoren zu beachten – Dankbarkeit ist einer davon. 

 

Was heißt eigentlich Dankbarkeit?

Sich stets zu bedanken, wenn man etwas bekommt? Oder sich auf die Schultern klopfen, wenn einem etwas gelingt? Dankbarkeit ist mehr! Sie setzt sich aus drei wesentlichen Facetten zusammen: einem Haltungs-, einem Gefühls- und einem Aktivitätsaspekt.

 

Dankbarkeit als Haltung

Damit meine ich eine grundlegend dankbare Einstellung zum Leben. Du besitzt einen phänomenal funktionierenden Körper, der dir schon viele gute Dienste erwiesen hat. Dein Körper an sich ist schon ein Wunderwerk der Natur.

Im Unterschied zum Tier bist du nicht vornehmlich instinktgesteuert, du bewegst dich in einem Möglichkeitsraum, kannst wählen und entscheiden.

Ist das nicht großartig?!

 

Darüber hinaus bist du eingebettet in die Gemeinschaft mit anderen Menschen – beispielsweise in der Familie, im Freundeskreis, im Verein und im Beruf …

All diese Mitmenschen können dein Leben bereichern. Du bist auch umgeben von einzigartigen Pflanzen und Tieren, lebst auf einer Erde, die im Weltall ihresgleichen sucht. Der gigantische Kosmos wiederum funktioniert nach brillanten mathematischen und physikalischen Gesetzen – das alles ist einfach nur bewundernswert.

Kurz: Du lebst in einer Welt, die deine Dankbarkeit verdient hat. 

 

Dankbarkeit als Gefühl

Wenn du dir die vielen einzigartigen und großartigen Bedingungen des Lebens bewusst machst, sie als großes Geschenk auffasst, dann kannst du Gefühle der Dankbarkeit entwickeln. Vielleicht lässt dich dieses Bewusstsein sogar erschaudern und demütig werden. Diese Gefühle sind sehr wichtig, weil sie Wertschätzung ausdrücken und deshalb auch zu einem wertschätzenden Umgang mit deinem sozialen Umfeld führen können.

Leider leben wir inzwischen in einer eher narzisstisch geprägten Welt, das heißt, wichtig ist vor allem der eigene Bauchnabel und was hauptsächlich zählt, ist die eigene kleine Großartigkeit. Das Ego-Trip-Mindset, das von vielen als Inbegriff der individuellen Freiheit missverstanden wird, produziert jede Menge Konflikte und Probleme – und damit ein negatives Lebensgefühl. Ein Weg, Schwierigkeiten zu vermeiden und Aufgaben zu meistern wird künftig die Kooperation mit anderen sein. Ich glaube, dazu gibt es keine Alternative. 

 

Dankbarkeit als Aktivität

Dankbarkeit war als Thema vor ein paar Jahren ziemlich en vogue. In unserer aktuellen Situation in der Corona-Pandemie kann es einem jedoch leicht passieren, schräg angeschaut zu werden, wenn man seine Mitmenschen auffordert, für das viele Gute dankbar zu sein: „Dankbarkeit? Wofür? Dafür, dass ich kaum noch Kontakte habe? Mich nicht mehr frei bewegen kann?

Mich insgesamt einschränken muss? …“

Solches Denken ist allerdings kontraproduktiv. Allen, die gereizt, verbittert oder niedergeschlagen reagieren, sei gesagt, dass einen gerade in schweren Zeiten Dankbarkeit wieder aufrichten kann.

„Aber wie und wofür kann ich konkret dankbar sein?“, magst du dich fragen. 

 

Tipps für mehr praktizierte Dankbarkeit

Praktizierte Dankbarkeit zieht viele positive Effekte nach sich – das gilt als wissenschaftlich belegt. Dankbare Menschen erleben beispielsweise weniger Stress, Angst und Depressionen, können besser schlafen, haben eine verbesserte Herzgesundheit, sind insgesamt glücklicher …

In meinem Buch „Wer nix checkt, kann nix ändern!“ habe ich darauf hingewiesen, dass die Fähigkeit, auf Belohnungen warten zu können (Belohnungsaufschub), eine wichtige Voraussetzung ist, um im Leben erfolgreich zu sein.

Durch praktizierte Dankbarkeit für das, was du bereits hast und erleben darfst, kannst du diese Fähigkeit entwickeln.

 

Dankbarkeit zu praktizieren bedeutet auch, dem Negativen gedanklich nicht zu viel Raum zu geben. Wie das geht? Nun, ob das Glas für uns eher halb voll oder halb leer ist, ist eine Frage der Aufmerksamkeitslenkung.

Schon ein paar einfach umsetzbare Übungen zeigen dir, wie du deinen Fokus in Richtung Dankbarkeit lenken kannst:

 

Führe ein Dankbarkeitstagebuch

Notiere jeden Abend vor dem Schlafengehen in Stichworten drei Tageserfahrungen, für die du dankbar sein möchtest. Versuche dich genau an diese Erlebnisse zu erinnern und gebe dabei den positiven Gefühlen genügend Raum. Mache dir das zur Gewohnheit – wie Zähneputzen.

 

Worauf sollte sich die Dankbarkeit dabei beziehen? Denke nicht nur an die großen, spektakulären Erlebnisse, sondern vor allem an die sogenannten „kleinen Dinge“ – ein Lächeln, eine Blume …

Fokussiere auf das, was du geleistet hast, was dein Körper für dich erledigt hat … Oder denke an dein Bett, dein Dach über dem Kopf, deinen (hoffentlich) gefüllten Kühlschrank ...

 

Vielleicht überlegst du: Kann ich auch Negatives erinnern? Das kann eventuell auch ein Geschenk sein, wenn ich daraus etwas lernen kann. – Davon möchte ich jedoch abraten. Natürlich macht es Sinn, negative Erlebnisse zu reflektieren, um für die Zukunft, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das ist jedoch eine Kopf-Aufgabe, die zwar wichtig, aber fürs Dankbarkeitstagebuch ungeeignet ist. Dieses Buch dient dem Herzen, nicht dem Kopf.

 

Das Dankbarkeitstagebuch ist ebenfalls dafür geeignet, das Selbstverständliche nicht selbstverständlich hinzunehmen. Mache dir bewusst, dass viele Dinge, an die du dich gewöhnt hast, nicht achtlos hingenommen werden sollten. Stelle dir vor, wie es wäre, wenn die Personen und die Dinge, die dich umgeben, plötzlich weg wären … !?

 

Begebe dich auf gedankliche Dankbarkeitsausflüge

Ich weiß, schreiben ist nicht jedermanns und jederfraus Sache. Deshalb kannst du die Tagebuch-Methode auch in eine Art Meditation umwandeln. Du liegst also wie gewöhnlich vor der Nachtruhe im Bett, schließt die Augen, entspannst dich und erinnerst dich an drei positive Tageserlebnisse – jeden Abend wohlgemerkt. Natürlich kannst du auch beide Methoden kombinieren, das heißt erst aufschreiben, dann meditieren.

 

Bedanke dich für dein Leben

Jenseits der Tageserlebnisse kannst du dich auch für deine bisherigen Lebenserfahrungen bedanken. Der Dank oder die Wertschätzung kann sich auf deine Qualitäten als Mensch beziehen, also was dich auszeichnet, was andere an dir schätzen, was du bisher geschafft hast …

Oder deine Dankbarkeit richtet sich auf deine prägenden positiven Lebenserfahrungen – wertvolle Menschen, denen du begegnet bist, Einsichten, die du aus bestimmten Entwicklungen gewonnen hast, spirituelle Erfahrungen …

 

Auch hier kannst du die Schrift- oder Meditationsform wählen oder eine Kombination aus beidem. Mache es von deiner gefühlten Einschätzung abhängig, wie häufig und wie lange du dich in Dankbarkeit üben möchtest.

Ich empfehle dir jedoch, jeweils mindesten einmal im Monat dankbar zu sein

– für deine Qualitäten und für deine positiven Erfahrungen.

 

Sei im Alltag dankbar

Besonders gegenüber anderen Menschen! Sicher bist du froh und manchmal sogar angenehm überrascht, wenn dir jemand dankt – für dein offenes Ohr, für die Zeit, die du jemandem schenkst, für den Gefallen, den du jemandem tust, für dein Lächeln oder einfach nur, weil es dich gibt … Vergesse deshalb nicht, auch anderen gegenüber dankbar zu sein, selbst für Kleinigkeiten. Lasse die guten Gefühle, die du gerne fühlst, auch anderen angedeihen. Sehr treffend sagte das die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach: „Wir sind für nichts so dankbar wie für Dankbarkeit.“

 

Eigentlich sollte gegenseitige Dankbarkeit selbstverständlich sein, die Praxis lehrt allerdings etwas anderes. Viele Freundlichkeiten, Aufmerksamkeiten und gute Dienste werden wie selbstverständlich hingenommen – ohne Beachtung, ohne Wertschätzung, ohne Dank.

Genauso wie Dankbarkeit das Wohlbefinden und die Gesundheit fördert, genauso begünstigen Undank und Ignoranz Missbefinden und Krankheit.

 

Abschließend noch eine persönliche Erfahrung: Schon manche Enttäuschung musste ich in meinem Leben hinnehmen – wie du sicher auch. Aber oft, wenn sich eine verheißungsvolle Tür geschlossen hatte, öffnete sich eine neue lohnende Pforte, manchmal weil ich aus der negativen Erfahrung gelernt habe – auch das kannst du vermutlich bestätigen. Sei deshalb für alle Erfahrungen dankbar, auch für die weniger schönen – weil du an ihnen wachsen kannst. 

 

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Ich freue mich, dich beim nächsten Artikel wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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