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Mindset: Brauchen wir ein neues Betriebssystem?

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Mindset: Brauchen wir ein neues Betriebssystem?

Das „Mindset“ – also unsere innere Haltung in Bezug auf bestimmte Themen – beschreibt, wie wir ticken, unsere Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster. Die grundlegenden Fragen in Krisen haben unmittelbar damit zu tun: Reicht es, die Auswirkungen der Krise zu bekämpfen? Oder ist ein grundlegend neues Mindset erforderlich, um auch künftige Krisen zu bewältigen? Und genau so wichtig: Ist der Mensch in der Lage, ein völlig neues Mindset zu lernen? 

 

Worum geht es?

Kürzlich sah ich eine sehr empfehlenswerte Sendung von „Scobel“, die am 10.12.2020 in 3sat ausgestrahlt wurde zum Thema „Systeme auf der Kippe“. Gert Scobel und seine Gäste diskutierten, wie sogenannte „Kipppunkte“, also radikale Wendepunkte in Systemen, entstehen und welche Folgen sie haben können.

 

Was genau versteht man unter Kipppunkten?

Nach Definition der Sendung sind sie „Wendepunkte, die Strukturen oder Systeme grundlegend verändern. Ist erst der Grenzwert einer kritischen Masse einmal überschritten, gibt es nur selten eine schnelle Rückkehr zum vorhergehenden Zustand.“

 

Zu beobachten seien sie beispielweise in Bezug auf den Klimawandel oder die Umweltzerstörung. Kipppunkte gäbe es aber auch in vielen Lebensbereichen, etwa in der Wirtschaft und in der Politik …

 

Besonders interessant an der Scobel-Diskussion war die Frage, ob es sinnvoll ist, die Symptome und die negativen Folgen, die aus solchen Kipppunkten resultieren, zu bekämpfen. Oder brauchen wir eine grundlegend neue Herangehensweise?

Einzelne Wissenschaften kämen hierbei schnell an ihre Grenzen, denn sie würden traditionell einzelne Fragestellungen und Probleme isoliert aufgreifen. Fachübergreifende Zusammenhänge und komplexe wechselseitige Einflüsse zu untersuchen, seien nicht ihre Domäne.

Die Corona-Krise habe uns jedoch einmal mehr gezeigt, dass wir in einer hochkomplexen Welt leben, in der alles mit allem zusammenhänge. Entsprechend sollten künftige Antworten nicht (nur) auf der Symptomebene gesucht werden.

 

Die Sendung kannst du hier anschauen:

https://www.3sat.de/wissen/scobel/scobel--systeme-auf-der-kippe-100.html

 

Kipppunkte der Psyche – Zeit für ein neues Mindset?

Aus meiner Erfahrung als Psychologe möchte ich ergänzen: Es gibt auch psychische Kipppunkte. Die menschliche Psyche ist im Allgemeinen ein „gutmütiges“ System. Sie kann relativ viel Ärger, Verdruss und weitere negative Einflüsse verkraften, ohne dass sie deshalb nachhaltig Schaden nehmen muss. Wird jedoch „eine kritische Masse“ an negativen Erfahrungen überschritten und kann die Psyche die anhaltenden Belastungen nicht mehr ausgleichen, dann erreicht der Mensch einen solchen psychischen Kipppunkt. Es kann zu einer sogenannten „psychischen Dekompensation“ kommen, das heißt, es bilden sich Krankheitssymptome aus.

 

Welches Mindset nützt in der Krise?

Die Corona-Krise stellt uns vor Herausforderungen, die uns belasten und für uns völlig neu und ungewohnt sind. Sie erfordert eine innere Haltung, ein Mindset, welches es uns ermöglicht, mit der ungewöhnlichen Situation adäquat umzugehen. Plötzlich sollen wir Kontakte einschränken, Masken tragen, Abstand halten, Verzicht üben, Rücksicht nehmen – auf andere und uns selbst …

 

Und das alles wegen eines winzigen Virus, das wir weder sehen noch riechen können. Die teils extremen Reaktionen in ganzen Teilen der Gesellschaft zeigen: Wir sind an einem psychischen Kipppunkt angekommen.

Unsere Denk- und Verhaltensmuster so umzustellen, dass wir den Anforderungen entsprechend reagieren können, ist keine leichte Aufgabe.

Noch schwieriger aber ist es, ein präventives Mindset als Reaktion auf die Ereignisse zu entwickeln.

 

An dieser Stelle müssen wir ganz grundlegend über unsere „innere Programmierung“ nachdenken. Was sind denn genau die Ursachen, die eine solche Pandemie auslösen können? Hat unser Lebensstil auch etwas damit zu tun? Wir müssen uns fragen, ob unsere Art und Weise, wie wir mit unserem Planeten, mit unserer Natur und mit uns selbst umgehen, ein Krisentreiber ist. Wenn dem so ist, wollen bzw. müssen wir uns dann ändern und wenn ja, in welche Richtung? 

 

Ja, wir brauchen ein neues Mindset!

Neue Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster sind für eine gedeihliche Lebensführung unter den momentan gegebenen Bedingungen aus meiner Sicht unvermeidlich. Ein „Weiter so!“ scheint immer weniger denkbar. Bleibt die Frage, wie diese neuen Muster aussehen sollen – und wofür genau sie eigentlich taugen werden. Sie könnten in ein paar Jahren schon wieder überholt sein – die Zukunft ist heute unberechenbar wie lange nicht mehr.

 

Wir brauchen deshalb aus meiner Sicht eine „Betriebsanleitung“,

die uns befähigt, stets neue Mindsets entwickeln zu können.

 

Dienlich wäre also eine Art Meta-Mindset, das uns hilft, unsere Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster immer wieder an neue Gegebenheiten und Herausforderungen anzupassen, uns sozusagen neu auszurichten – um damit Ziele erfolgreich anstreben und Probleme sinnvoll lösen zu können.

Ein funktionales Mindset sollte uns nicht nur darin unterstützen, auf Krisen und Probleme adäquat zu reagieren, sondern uns bereits im Vorfeld davor bewahren, in Krisen hineinzuschlittern. Es sollte uns darüber hinaus idealerweise in die Lage versetzen, gewinnbringend zu agieren, genauer: die Zukunft zu gestalten.

Auch wenn das Thema Corona schon reichlich überstrapaziert wurde, ist es doch gut geeignet zu illustrieren, was ich mit „gestalten“ meine.

 

Zurück in die „alte“ Zukunft?

Wollen wir nach der Bewältigung der Pandemie einfach zurück zur „Normalität“ oder sollten wir für uns nicht proaktiv eine neue Zukunft gestalten, die ihren Namen auch verdient? Dafür aber reicht es nicht, das Virus zum Feind zu erklären, der unseren Wohlstand und unsere „Würde“ bedroht und der deshalb bekämpft werden muss, um schnellstmöglich wieder in die gewohnten Bahnen zurückkehren zu können. Wir singen dann wieder das Mantra des altbewährten Wachstums – und das wars. Basta!

In meinem Artikel "Die Corona-Krise aus der Sicht des LangeWeges" vom 04.07.2020 habe ich diese Zusammenhänge bereits beschrieben und kommentiert. 

 

Kannst du ein neues Mindset lernen?

Auch wenn du wenig Einfluss auf die großen politischen Entwicklungen haben magst, so kannst du dir doch die Frage stellen, ob du deine eigene Haltung zu Fragen wie den oben genannten vorteilhaft gestalten kannst.

Die Antwort lautet: Ja, das ist möglich! Mithilfe des LangeWegs kannst du Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster entwickeln, die dich dabei unterstützen, unterschiedliche Ziele, Aufgaben und Probleme deines Lebens erfolgreich anzugehen – ein Betriebssystem zur Selbstlenkung, wenn du so willst.

Du möchtest wissen, wie das praktisch funktioniert? Dann mach am besten gleich einen Abstecher zu: https://www.langeweg.de/blog/langeweg-in-der-praxis/

 

Das Zauberwort: Kooperation

Was sich in der Wissenschaft im Zuge der Pandemie als besonders erfolgreich erwiesen hat, um die komplexe und von wechselseitigen Abhängigkeiten geprägte Situation der Krise anzugehen, war die Kooperation zwischen den Disziplinen.

 

Auch beim LangeWeg ist Kooperation ein grundlegender Bestandteil des Programms. Gemeinsam lassen sich viele Ziele wesentlich besser erreichen, besonders dann, wenn man eine gemeinsame Sprache spricht und eine gemeinsame innere Haltung zu wichtigen Fragen der Lebensgestaltung und -zufriedenheit entwickelt hat.

 

Leider ist jedoch nach wie vor die Meinung weitverbreitet, man müsse Aufgaben und Probleme allein lösen können. Allenfalls zieht man noch einen Experten oder eine sehr vertraute Person zu Rate – mit der Gefahr, sich ständig um die eigene Achse zu drehen. Oder man sucht für ganz spezifische Probleme ganz spezielle Ratgeber – die das große Ganze aber nicht im Blick haben.

 

Die Lösung sieht meiner Ansicht nach anders aus: Es braucht eine universelle Methode der Selbstlenkung, um viele Herausforderungen meistern zu können – ein Meta-Mindset, um dein Mindset immer wieder zu überprüfen und zu aktualisieren. Eine sich rasant verändernde Welt erfordert ein agiles Mindset, um handlungsfähig zu bleiben und selbstbestimmt zu leben. 

 

Kleingruppenarbeit: gemeinsam weiterkommen!

Als ich begann, mit Kleingruppen zu arbeiten, waren die Menschen, die ich dafür ansprach, fast immer skeptisch. Sie wollten ihre Fragestellungen lieber mit mir im Vieraugengespräch thematisieren. Behutsam konnte ich jedoch die meisten dazu motivieren, an einer Kleingruppe teilzunehmen. Die Kleingruppenarbeit ist charakterisiert durch eine kooperative Lösungssuche, das heißt, die Ziele oder Schwierigkeiten der einzelnen Gruppenmitglieder werden gemeinsam erörtert.

 

Die LangeWeg-Kleingruppe funktioniert dabei nach bestimmten Regeln, die du hier nachlesen kannst.

 

Vielleicht mag es dich überraschen: Die Teilnehmenden waren durchweg mit der gemeinsamen Arbeit zufrieden – ich kann mich nicht erinnern, dass jemand die Kleingruppe verlassen hätte, weil sie sich nicht bewährt hat. Im Gegenteil, fast alle empfanden bisher die Gruppengespräche als sehr gewinnbringend – in intellektueller, praktischer und besonders auch in emotionaler Hinsicht. Meist formte sich eine eingeschworene Truppe, die durch dick und dünn ging. Das Ende des gemeinsamen Weges wurde fast immer sehr bedauert und betrauert.

 

Wenn du beabsichtigst, den LangeWeg zu gehen, dann wirst du auch allein bestimmt Fortschritte machen. Zusammen mit Weggefährten kommst du jedoch sicher deutlich weiter – und die Kooperation macht einfach mehr Freude.

 

Entwickle dein neues Mindset deshalb am besten zusammen mit anderen LangeWeg-Gehern und stärke dich so für die Anforderungen, die dir künftig begegnen. 

 

Über die Blog-Artikel kannst du mit anderen LangeWeg-Gehern und mit mir diskutieren.

Ich würde mich sehr freuen, mit dir ins Gespräch zu kommen!

  • Am einfachsten auf meiner Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Der-LangeWeg-430480271031432 (Eine Anmeldung bei Facebook geht schnell, einfach und ist kostenlos. Mit Angaben zu deiner Person kannst du äußerst sparsam sein und dich auch jederzeit wieder abmelden.)
  • Du kannst auch die Kommentarfunktion unterhalb der Artikel nutzen.
  • Oder schicke mir einfach eine E-Mail: info@langeweg.de

Deine Meinung zu allen Themen und Artikeln im Blog interessiert mich sehr!

 

Ich freue mich, dich beim nächsten Artikel wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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