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Kontrollverlust als Ursache für Fakenews?

Kontrolle behalten
Kontrollverlust vermeiden

Der Wunsch nach Kontrolle ist ein grundlegendes psychisches Bedürfnis. Nicht erst seit der Corona-Pandemie haben viele Angst vor Kontrollverlust – nicht zuletzt mit negativen Folgen für die Lebenszufriedenheit.

 

Um dich auf das heutige Thema einzustimmen, möchte ich dir kurz eine am 08.12.2020 im ZDF ausgestrahlte Sendung aus der empfehlenswerten Wissenschaftsreihe „Leschs Kosmos“ vorstellen. Sie trägt die Überschrift:

„Fake oder Fakt: Wie die Wahrheit unter die Räder kommt.“

Der Beitrag veranschaulicht in exzellenter Weise, wie das Gefühl von Kontrollverlust entstehen kann und wie viele Menschen versuchen, dieses auf ungute Weise zu kompensieren.

 

In der Sendung bei #LeschsKosmos vertritt Prof. Harald Lesch die These, dass Verschwörungstheorien derzeit Hochkonjunktur haben: Der menschengemachte Klimawandel sei eine Lüge, eine Mondlandung habe es nie gegeben, die Corona-Pandemie sei eine Inszenierung.

Selbst dass die Erde rund ist, sei eine von vielen „Fakes“, die uns eine mächtige und geheimnisvolle Elite weismachen wolle. Angeblich möchte uns diese manipulieren und wir sollten letztlich das glauben und tun, was die Elite wolle – so die Überzeugung.

 

Um solchen vermeintlichen „Fakes“ nicht auf den Leim zu gehen, um die – gerade durch solche abstrusen Behauptungen verloren gegangene – Orientierung und damit die Kontrolle zurückzugewinnen, kreieren die Verschwörungstheoretiker eine eigene „wahre“ Welt mit selbst zusammengezimmerten Überzeugungen. Alles, was dazu passt, bestätigt ihre Einstellungen; nicht Passendes wird schlicht ausgeblendet oder vehement bekämpft. Lesch nennt diese Art der Informationsverarbeitung „Confirmation Bias“; in der Psychologie spricht man bei diesem Phänomen von „selektiver Wahrnehmung“.

 

Die Ursachen für das Misstrauen, das der Politik und den Medien entgegengebracht werde, liegt nach Leschs Meinung einerseits in der Unkenntnis über die wirklichen Zusammenhänge. Aber auch die tatsächliche Verbreitung von Halbwahrheiten bzw. das gezielte Zurückhalten von echten Informationen – etwa von Seiten der Politik oder auch seitens der Industrie – hätten maßgeblich dazu beigetragen, ein diffuses Misstrauen bei manchen Bevölkerungsgruppen zu schüren.

 

Misstrauen wiederum erzeuge Unsicherheit, welche leicht ausgenützt werden könne. Einfache Lösungen, die von selbsternannten „Wissenschaftlern“ angeboten werden, reduzierten das Gefühl von Unsicherheit erst einmal, weshalb diese bereitwillig angenommen würden.

 

Nach meiner Meinung gibt es noch zahlreiche weitere und tiefer liegende Gründe für die Verunsicherung vieler Menschen, deren Beschreibung aber hier den Rahmen sprengen würde.

 

Die Sendung kannst du hier anschauen: https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/fake-oder-fakt-wie-die-wahrheit-unter-die-raeder-kommt-100.html

 

Manipulation statt Selbststeuerung?

Wenn du den LangeWeg kennst, weißt du, dass das Kontrollbedürfnis zu den vier zentralen psychischen Grundbedürfnissen eines jeden Menschen gehört. Wird es verletzt und erlebst du auf der psychischen Ebene Kontrollverlust, gerätst du in die Bredouille. Du fühlst dich schlecht, genauer ohnmächtig, wütend, traurig … Halten diese negativen Gefühle länger an, können sie dich regelrecht krank machen.

 

Gerade weil sowohl die Befriedigung als auch die Unterdrückung der psychischen Grundbedürfnisse so starke Auswirkungen auf das menschliche Gefühlsleben haben, eignen sie sich hervorragend als Steuerungs-, aber auch als Manipulationsinstrumente. Unter weitgehender Umgehung der logischen Vernunft packen Orientierung versprechende Pseudotheorien den Menschen an existenziellen Ängsten oder Erfahrungen und liefern die „richtige“ Lösung gleich mit. Besonders perfide daran: Genau mit der Warnung vor gefährlicher Manipulation manipulieren Verschwörungstheoretiker ihre Zielgruppen!

 

Damit steht eine solche Lebenshaltung im krassen Gegensatz zu den Prinzipien des LangeWeges: Selbststeuerung, Lenkung der eigenen Gefühle und vor allem die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen sind nach meiner Überzeugung die Pfeiler einer gedeihlichen Lebensführung.

 

Untrennbar verbunden: Selbstbestimmung und Kontrolle

Was meint das eher abstrakte Wort „Kontrollbedürfnis“ nun genau?

Das Bedürfnis nach Kontrolle kommt besonders im Zusammenhang mit dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben zum Tragen. Das bedeutet: Nicht andere sollen dir vorgeben, was du zu tun oder zu lassen hast, sondern du selbst möchtest Kapitän auf deinem Schiff sein und das Ruder deines Lebens in der Hand haben.

 

Selbstbestimmung hat also unmittelbar mit Kontrolle zu tun – wird die Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens eingeschränkt, führt das umgekehrt zum Gefühl des Kontrollverlusts. Deshalb fällt es vielen Menschen in der aktuellen Pandemie so schwer, Einschränkungen in ihrer Lebensführung zu akzeptieren: weil ihr Grundbedürfnis nach Kontrolle – und damit Selbstbestimmung – dadurch verletzt wird. Dass diese Beschränkungen voraussichtlich nur temporären Charakter haben, tröstet sie wenig – oder sie glauben gar nicht daran.

 

Das Gefühl des Kontrollverlusts kann aber auch situationsbedingt sein. Wenn du eine Aufgabe innerhalb einer bestimmten Zeit erledigen sollst, aber befürchtest, dass du dies nicht (gut) schaffen kannst, führt dies ebenfalls zu dem verunsichernden Eindruck, die Dinge nicht im Griff zu haben. Sobald du hingegen in der Überzeugung handelst, die Dinge innerhalb der vorgegebenen Zeit gut bewältigen zu können, hast du im wahren Wortsinn „alles unter Kontrolle“. 

 

Werde deinem Kontrollbedürfnis gerecht!        Aber wie?

Welches Maß an Kontrolle als das richtige empfunden wird, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich: Bei manchen ist das Bedürfnis sehr ausgeprägt, bei anderen ist es nicht von großer Bedeutung. Beide (Grund-)Einstellungen können in ihrer Extremform allerdings dauerhaft zu Problemen führen.

 

Insofern ist es erst einmal wichtig für dich zu wissen, wo du stehst. Um deinem Kontrollbedürfnis gerecht zu werden, solltest du dich selbst erforschen, indem du dieses Grundbedürfnis bei dir genauer checkst. LangeWeg-Geher kennen hierfür zwei Wege, nämlich die induktive und die deduktive Methode. Induktiv bedeutet, dass du dich bezüglich deines Kontrollbedürfnisses achtsam selbst beobachtest. Deduktiv kannst du dein Kontrollbedürfnis checken, indem du meinen Selbst-Test ausfüllst, der dir umfassend Aufschluss über dein Mindset liefert – auch hinsichtlich deines Bedürfnisses nach Kontrolle.

 

Sollte sich daraus ergeben, dass deine individuelle Software in Bezug auf dein Kontrollbedürfnis Macken hat, kannst du die negativen Begleiterscheinungen mithilfe des LangeWeges auflösen oder abmildern. Anschließend kannst du dir überlegen, in welchen Situationen du einem funktionalen Kontrollbedürfnis Geltung verschaffen möchtest.

 

Stelle dir in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, ob du ein selbstbestimmtes Leben führst, so wie du dir das wünschst. Um deine Kontrollüberzeugung zu stärken, stecke dir beispielsweise bestimmte erstrebenswerte Ziele und nutze den LangeWeg, um sie zu erreichen.

Ziel sollte vor allem sein, dass du dich als Kapitän auf deinem Lebensschiff erlebst. 

 

Selbstbestimmt leben!

Die entscheidende Frage lautet: Selbstbestimmt leben – geht das überhaupt? Der LangeWeg möchte dich dabei unterstützen, ein selbstbestimmtes und gesundes Leben zu führen. Möglich ist dies, wenn es dir gelingt, im Einklang mit deinen vier psychischen Grundbedürfnissen zu leben, das heißt:

  1. gedeihliche Beziehungen zu pflegen,
  2. dein Selbstwertgefühl zu stärken,
  3. Orientierung in deinem Leben und Kontrolle über dein Leben zu erlangen,
  4. mit Lust, Spaß und Freude dein Dasein zu gestalten.

Daraus ergibt sich eine weitere wichtige Frage: Sind die Rahmenbedingungen in deinem Leben so, dass dir das gelingen kann?

 

Hier unterscheidet der LangeWeg zwischen inneren

und äußeren Rahmenbedingungen.

 

Der LangeWeg liefert dir eine Anleitung dafür, wie du deine inneren Voraussetzungen entwickeln kannst, um ein selbstbestimmtes und gesundes Leben zu führen. Ob das in unserer „verrückten“ Welt funktionieren kann, ist die nächste Frage. Und: Inwiefern ist die Welt eigentlich verrückt?

 

Wenn die Welt – damit meine ich soziale Einheiten wie Staaten, Unternehmen, Vereine, Parteien, aber auch Familien – äußere Rahmenbedingungen schafft, die es dem Einzelnen erschwert, seine psychischen Grundbedürfnisse zu befriedigen, dann ist sie nach meiner Auffassung im Wortsinn „ver-rückt“.

Denn mit der Aufrechterhaltung der dysfunktionalen äußeren Bedingungen hält sie den Menschen von seiner eigentlichen Bestimmung – nämlich ein freies, selbstbestimmtes und gesundes Leben zu führen – fern, sie ver-rückt ihn von sich selbst.

 

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, meinte der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno. Nun, ich denke, es ist nicht einfach, aber durchaus möglich, auch bei schwierigen äußeren Bedingungen zu einem selbstbestimmten Leben zu finden. Allerdings braucht man dafür einen tauglichen Weg, wie etwa den LangeWeg, und eine Art stützenden "inner circle". – Das ist meine streitbare These. 

 

Der LangeWeg-Blog geht neue Wege

Bereits am Ende des vorangegangenen Artikels habe ich auf die neue Ausrichtung des Blogs hingewiesen. Künftig stelle ich dir vermehrt interessante und aktuelle Beiträge vor, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden – wie der heutige von Harald Lesch.

Diese Beiträge werden stets zunächst vorgestellt und dann aus der Sicht des LangeWeges kommentiert, in Beziehung gesetzt oder die darin geäußerten Gedanken weiterentwickelt.

 

Über die Blog-Artikel kannst du mit anderen LangeWeg-Gehern und mit mir diskutieren.

Ich würde mich sehr freuen, mit dir ins Gespräch zu kommen!

 

  • Am einfachsten auf meiner Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Der-LangeWeg-430480271031432
    (Eine Anmeldung bei Facebook geht schnell, einfach und ist kostenlos. Mit Angaben zu deiner Person kannst du äußerst sparsam sein und dich auch jederzeit wieder abmelden.)
  • Du kannst die Kommentarfunktion unterhalb der Artikel nutzen.
  • Wenn du gerne mitdiskutieren möchtest, kannst du mir außerdem einfach eine E-Mail schicken: info@langeweg.de

Deine Meinung zu allen Themen und Artikeln im Blog interessiert mich sehr!

 

Ich freue mich, dich beim nächsten Artikel wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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