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Stärke deine Selbstheilungskräfte durch eine verbesserte Selbstlenkung

Selbstwirksamkeit
Selbstheilungskräfte stärken

Kurze Info für Neulinge!

Der Blog besteht aus zwei Rubriken:

 

LangeWeg-Basics: Für jene Leser, die den LangeWeg noch nicht kennen. Hier präsentiere und erkläre ich die wichtigsten Bausteine des Weges.

 

LangeWeg-in-der-Praxis: Für Leser, die den Weg bereits kennen.

Anhand konkreter Beispiele geht es hier um die praktische Umsetzung des LangeWeges. Hier werden Menschen vorgestellt, die ein Problem lösen, bestimmte Schwierigkeiten angehen oder die bestimmte Ziele anstreben möchten.

 

Die Namen sind frei erfunden, die Geschichten sind fiktiv, aber keineswegs ohne Realitätsbezug. Was ich hier in abgewandelter Form beschreibe, habe ich während meiner langen Beraterlaufbahn häufig ähnlich erzählt bekommen. Gemeinsamkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

 

Mit einem Praxis-Thema möchte ich heute meinen Blog fortsetzen.

 

Stärke deine Selbstheilungskräfte durch eine verbesserte Selbstlenkung

Mit dem LangeWeg kannst du lernen, dich selbst besser zu steuern. Kannst du dich gut lenken, erhöhst du deine Selbstwirksamkeit – auch hinsichtlich deiner Selbstheilungskräfte.

Bevor ich dir zeige, wie das funktioniert, möchte ich zunächst auf die „Selbstheilungskräfte“ etwas näher eingehen.

 

Die Aktivierung der Selbstheilungskräfte wird unter anderem mit dem Placeboeffekt in Verbindung gebracht. Die Wirksamkeit dieses Effekts ist in vielen Studien nachgewiesen worden. Heilungsverläufe mithilfe von Placebos, also z. B. mit Scheinmedikamenten ohne Wirkstoff, treten in einer überzufälligen Häufigkeit auf, sodass sie eben nicht mehr als zufallsbedingt erklärt werden können.

 

Ein Beispiel: Patienten mit Kniearthrose wurden in einer zwar ethisch eher fragwürdigen, aber dennoch sehr eindrücklichen Studie in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe wurde operiert und den Patienten der anderen Gruppe wurde eine Knie-OP lediglich vorgegaukelt, d. h. man machte bei ihnen am Knie lediglich einen kleinen Schnitt und beließ sie in dem falschen Glauben, operiert worden zu sein. Nach zwei Jahren waren die Patienten beider Gruppen zu etwa 90 % mit dem Ergebnis zufrieden! Die Scheinoperierten berichteten sogar von weniger Schmerzen. 

 

Basieren die Selbstheilungskräfte auf Einbildung?

Sind solche und ähnliche Ergebnisse mit reiner Einbildungskraft oder mit „Voodoo“ zu erklären? Nein, inzwischen weiß man, dass das Gehirn auch die Funktion einer körpereigenen Apotheke übernehmen kann! Der Körper ist nämlich in der Lage, selbst Wirkstoffe zu produzieren, die zur Heilung oder Schmerzlinderung im Körper führen. Die Produktion muss jedoch angeregt werden, was durch bestimmte Gehirnaktivitäten und -steuerungsmechanismen der Fall ist. Diese sogenannten endogenen, also selbst produzierten Wirkstoffe können dann dort, wo sie gebraucht werden, eine heilende Wirkung entfalten.

 

Auch hier kommt wieder einer der zentralen Merksätze des LangeWeges zum Tragen: „Kopf steuert Körper!“ 

 

Placeboeffekt und Wirksamkeit des LangeWeges – gibt es einen Unterschied?

Jein, lautet meine eindeutige Antwort. Der entscheidende Wirkfaktor beim Placeboeffekt besteht in der Erwartung, dass eine bestimmte Maßnahme Linderung oder Heilung bringt – und damit kommt die soziale Komponente ins Spiel. Das bedeutet, dass eine fachliche Autorität, beispielsweise ein Arzt oder ein Professor, die Wirksamkeit einer bestimmten Maßnahme glaubhaft versichert. Das kann eine vorgetäuschte Operation sein oder die Verabreichung einer pharmakologisch unwirksamen Pille oder Spritze …

Insofern darf auch angenommen werden, dass viele wirksame therapeutische Maßnahmen aus dem Bereich der Homöopathie, des Schamanismus und der Esoterik auf den Placeboeffekt zurückgeführt werden können. Selbst bei den effektiven schulmedizinischen Therapiemaßnahmen kannst du sicher davon ausgehen, dass der Placeboeffekt zusätzlich eine therapiewirksame Rolle spielt.

 

Unabhängig davon, ob nun ein Magier, Schamane oder ein Prof. Dr. med. beim Heilen bzw. Therapieren beteiligt ist, der gemeinsame Nenner ist, dass stets ein Mensch, meist eine wahrgenommene Autorität, den Patienten vom Heilungserfolg zu überzeugen weiß – und das ist beim Placeboeffekt die Hauptsache! Den Rest erledigt oder unterstützt die körpereigene Apotheke.

 

Beim LangeWeg hingegen ist – auch bei der Aktivierung der Selbstheilungskräfte – kein Guru erforderlich. Besonders durch Imaginationen kann der Mensch ganz allein sehr heilsame Effekte erzielen.

 

Erinnerst du dich an die Frau in meinem Buch, die an der Halswirbelsäule operiert worden war? Nach der OP fühlte sie sich sehr instabil und unsicher im Halsbereich. In der Folge entwickelte sie ein Kopfkino, in dem sie sich bildhaft vorstellte, wie ihr Kopf beim Essen oder beim Duschen von ihrem Hals fiel. Dieses selbst zusammengebastelte Kino ängstigte sie sehr und sie spannte chronisch ihre Halsmuskulatur stark an, um das Runterfallen des Kopfes zu verhindern.

 

Die Folgen waren neben Verspannungen der Halsmuskulatur starke Kopfschmerzen. Hätte sie weiter an ihren Vorstellungen festgehalten, dann hätte es ohne Weiteres sein können, dass sie sich mit ihrer „Methode“ einen weiteren Bandscheibenvorfall eingehandelt hätte. Glücklicherweise konnte das verhindert werden – durch eine relativ einfache Behandlung.

 

Auf die Frage, wie sie sich an ihrem Angstpunkt, also dem Hals, gerne fühlen wollte, meinte sie, am liebsten würde sie sich im Halsbereich sicher, stabil und gleichzeitig locker fühlen.

Nun ging es darum, Bilder oder bildhaften Vorstellungen zu finden, welche die Wunschgefühle genau dort auslösen konnten. Diese Frage war für sie zunächst höchst ungewöhnlich, doch nach längerem Überlegen nannte sie mir als Bild eine große, warme und orangenfarbene Halskrause, die sie sich im Geiste um den Hals legte. Und diese Imagination bewirkte genau das, was sie erreichen wollte – ein sicheres, stabiles und lockeres Gefühl im Halsbereich. Die Halsmuskulatur konnte sich entspannen und die Kopfschmerzen verschwanden.

 

Das Beispiel zeigt, wie eine Patientin mit einer einfachen Unterstützung lernen kann, den Heilungsprozess selbst wirksam zu befördern. Ergänzend sei bemerkt, dass sie das neue Kopfkino mehrmals täglich so lange einübte, bis die Verspannungen und Ängste nachhaltig verschwunden waren.

Solche Imaginationsübungen benötigen also mindestens mehrere Tage, manchmal auch Wochen. Sie müssen auf Dauer das negative Kopfkino ersetzen.

 

Wirksame Übungen mithilfe des Kopfkinos

In der orthopädischen Reha haben wir viele Patienten, die ihrer Gesundheit mit ihrem Gangbild oder ihrer Art, Lasten zu tragen, langfristig keinen Gefallen tun. Hier geht es also darum, Bewegungsabläufe gesundheitsförderlich zu beeinflussen. Normalerweise funktioniert das so, dass der Physiotherapeut dem Patienten den entsprechenden Bewegungsablauf zeigt und diesen mit ihm einübt.

Der Patient kann aber darüber hinaus das Kopfkino nutzen, um den Genesungsverlauf weiter selbst zu fördern. Das geht ganz einfach, indem er in ruhigen Momenten mehrmals am Tage den vom Physiotherapeuten gezeigten Bewegungsablauf vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt.

Inzwischen weiß man, dass durch solche mentalen Vorstellungsübungen genau die Hirnareale stimuliert werden, die auch bei der realen körperlichen Bewegung aktiv sind. Der mentale Übungseffekt ist mit dem körperlichen Trainingseffekt durchaus vergleichbar.

So ist es ihm möglich, die gesundheitsdienlichen motorischen Abläufe selbst zu automatisieren.

 

Ein weiteres Beispiel ist das autogene Training. Dabei kannst du lernen, dich ohne Guru zu entspannen und damit deine Gesundheit selbst zu fördern. Das geschieht durch Auto- also durch Selbstsuggestionen, mit Sätzen wie „der rechte Arm wird warm“, „Schulter und Nacken werden immer schwerer“ usw.

Hierbei kannst du den Entspannungszustand weiter verstärken, indem du entsprechende förderliche Bilder imaginierst. Beispielsweise kannst du dir vorstellen, wie du bei der Wärmeübung deinen rechten Arm in eine warme Badewanne tauchst etc. 

 

Langzeit- und Körpergedächtnis                           – ein wirksames Team

Die spannende Frage lautet: Warum funktioniert das Kopfkino? Ganz einfach: Weil die Bedeutung deiner selbst gewählten Vorstellung – z.B. den Arm ins warme Wasser tauchen – in deinem Langzeitgedächtnis bereits abgespeichert ist. Erfahrungsbedingt verbindet dein Gehirn dann warmes Badewasser mit Entspannung – und zeigt genau diese Reaktion.

 

Jetzt kommt aber noch etwas hinzu. Neben dem Langzeitgedächtnis verfügst du über eine Art Körpergedächtnis. Das bedeutet, dass ein dir bekanntes Bild – es kann auch ein bekannter Geruch, eine bekannte Melodie oder eine andere sinnliche Erinnerung sein – automatisch innerhalb von Millisekunden eine körperliche Reaktion auslöst, im Beispiel eine körperliche Entspannungsreaktion durch Weitung deiner Blutgefäße. Dein Langzeitgedächtnis und dein Körpergedächtnis sind durch Nervenbahnen miteinander vernetzt. Die unmittelbaren Reaktionen deines Körpers beim Wahrnehmen oder beim Imaginieren eines dir bekannten sinnlichen Reizes nennt man in der Fachsprache Somatische Marker.

 

Die Beispiele zeigen, dass du deine Selbstheilungskräfte auch ohne Experten, sprich soziale Verstärkung, aktivieren kannst. Wenn du dich also für einen bestimmten Lebensweg entscheidest, dann kommst du auf ihm besonders dann voran, wenn du an ihn glaubst und dich mit ihm identifizieren kannst.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht zwangsläufig, dass man auf soziale Unterstützung verzichten sollte. Ganz im Gegenteil: In der Regel kommst du wesentlich weiter, wenn du Weggefährten um dich hast und ihr euch wechselseitig emotional, intellektuell, aber auch ganz praktisch unterstützt. Insofern nutzt der LangeWeg also auch die Wirkfaktoren des Placebo-Effektes: Berechtigter Glaube an einen entwicklungsförderlichen Weg, eine klare Vorstellung davon, wie dein Leben sein soll bzw. werden kann, plus soziale Verstärkung durch die Weggefährten:

 

Der LangeWeg-Geher geht seinen Weg selbst, aber nicht allein.

 

Damit du ihn nicht als Einzelkämpfer beschreitest, empfehle ich dir, eine LW-Kleingruppe zu gründen oder dich einer bestehenden anzuschließen.

 

6. Gesetz: Der Mensch wird durch kurzfristige Konsequenzen gelenkt

Dieses Gesetz bestimmt das menschliche Denken und Verhalten ganz maßgeblich, nicht selten mit unerwünschten Folgen. Allerdings kannst du das Gesetz auch zu deinem Vorteil nutzen.

 

Wie das geht, erkläre ich im nächsten Basic-Artikel am 04.12.2020.

 

Ich freue mich, dich dann wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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