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Isabelle möchte ihren inneren Schweinehund besiegen

 

„Ach du grüne Neune, schon wieder zwei Kilo mehr!“, denkt sich Isabelle nach ihrem Urlaub. Eigentlich liegt ihr Wunschgewicht rund zehn Kilogramm unter dem jetzigen Körpergewicht. Schon viele Diäten hat sie ausprobiert, kurzfristig sogar teilweise mit Erfolg. Jedoch konnte sie die guten Ergebnisse nie über einen längeren Zeitraum halten. Verantwortlich dafür macht Isabelle ihren inneren Schweinehund. Dieser habe nach einer gewissen Zeit stets dafür gesorgt, dass sie ihre Disziplin lockerte, um sie dann letztlich ganz aufzugeben. Aber dieses Mal will sie den Schweinehund besiegen. Sie nimmt sich vor, die Diät, die in der Vergangenheit am besten funktioniert hat, zu wiederholen. Diesmal aber mit eisernem Willen!

Isabelle ist also wild entschlossen, ihren „Spielverderber“ endgültig vom zu Hof jagen. Ist das ein taugliches Rezept? Was meinst du?

 

Wie wir unseren Schweinehund füttern

Viele Menschen sind der Meinung, der innere Schweinehund habe etwas mit Trägheit, Disziplinlosigkeit und mangelndem Willen zu tun. Deshalb müsse man dem ungeliebten Tierchen mit Willensstärke und beinharter Disziplin entgegentreten.

Manche vermuten auch, dass der innere Saboteur viel mit alten Gewohnheiten zu tun hat. Diese könnten zwar geändert werden, aber nur sehr schwer. Deshalb sei der Rückfall in die alten Muster häufig so gut wie vorprogrammiert.

 

Nun, da du die Betriebsanleitung des LangeWeges bereits gelesen hast, weißt du, dass die beiden eben genannten Einstellungen den Schweinehund eher füttern, als ihn auszuhungern. Warum ist das so?

 

Dafür gibt es zwei Antworten: Die erste Herangehensweise mit Disziplin und Willensstärke aktiviert eher den Kampfmodus des inneren Schweinehundes und er macht es uns noch schwerer, die zweite sabotiert das Vorgehen dagegen gleich mit Resignation. Kampf, Flucht, Unterwerfung/Resignation haben scheinbar zwar zunächst wenig gemeinsam – führen jedoch oft zum selben Ergebnis: Die Probleme bleiben (siehe dazu das 2. Gesetz des LangeWeges).

 

Sehr beliebt ist bei der Bekämpfung des inneren Schweinehundes übrigens auch, sich einen ausgeklügelten Plan zusammenzubasteln, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Möchte also jemand wie Isabelle mithilfe einer Diät abnehmen, dann wird die Küche in eine Art Labor verwandelt. Infrage kommen nur von der Wissenschaft empfohlene Speisen, deren metabolischer Wirkmechanismus natürlich gründlich elaboriert wurde. Diese werden dann – nachdem sie zuvor aufs Gramm abgewogen wurden – zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt zu sich genommen. Nicht selten wird das Ganze sogar noch minutiös protokolliert.

Bei so viel wissenschaftlich untermauerter Sorgfalt kann doch eigentlich gar nix mehr schiefgehen, oder?

 

Das richtige Verhalten nützt leider wenig, solange es in der Planungsphase stecken bleibt. Es muss auch umgesetzt werden. Und hier kommt die Psyche ins Spiel, die bei vielen wissenschaftlich fundierten Plänen und Programmen schlicht ignoriert wird – ein fataler Fehler, der sich meist durch grandioses Scheitern rächt.

Wer so vorgeht, verköstigt letztlich lediglich den inneren Schweinehund noch besser – der sich darüber sehr freut und sich mit noch größerer Beharrlichkeit bedankt.

 

Als LangeWeg-Experte weißt du, warum die eben beschriebene Methode oft nicht funktioniert:

 

Immer dann, wenn der Mensch eine schwierige Aufgabe mit einer konkreten Umsetzungsabsicht verfolgt, wird im menschlichen Gehirn ein Areal stimuliert, das schlechte Gefühle produziert.

 

Und die miesen Emotionen vermasseln einem auf längere Sicht häufig die Tour. Ich nenne dieses Areal das Headquarter des inneren Schweinehundes.

 

Den inneren Schweinehund bändigen – Selbstwirksamkeit verbessern

Wie du sicher schon mitbekommen hast, geht es beim LangeWeg letztlich darum, dein persönliches Wachstum zu fördern. Das gelingt dir durch eine vorteilhafte Selbstlenkung, die wiederum deine Selbstwirksamkeit verbessert. Damit eröffnen sich für dich in der Lebenspraxis viele gewinnbringenden Möglichkeiten. Auch deinen inneren Schweinehund kannst du mit dem LangeWeg deutlich in seine Schranken verweisen. Andernfalls entfaltet er eine erheblich bremsende Wirkung in deiner persönlichen Entwicklung. 

 

Was Isabelle jetzt konkret tun kann

Nachdem Isabelle den LangeWeg gelesen hat, weiß sie, wie sie ab sofort vorgehen möchte. Das Motto lautet: nicht mehr mit „eisernem Willen“ den Schweinehund „bekämpfen“ wollen. Nein, diesmal muss eine taugliche Strategie her. Sie beherzigt zunächst die Basisempfehlung, etwaige Selbstsabotage-Programme bei sich ausfindig zu machen. Deshalb füllt sie den LangeWeg-Test aus. Ergebnis: Besonders bei der Aussage-Nr. 7 vermutet Isabelle, sich selbst zu sabotieren.

 

Die Aussage lautet: „Beschäftige ich mich mit einer Sache, mangelt es mir an Ausdauer, sie zu Ende zu führen.“ Sie stellt fest, dass dieses Statement für sie haargenau zutrifft – nicht nur im Zusammenhang mit dem Abnehmen, sondern ganz generell. Zur Erklärung heißt es im Test unter anderem: „Viele Menschen kommen auch mit dem Belohnungsaufschub (vgl. Aussage 2) nicht zurecht. Sie können für ihre Wünsche und Ziele keine Täler und Durststrecken ertragen ...“

 

In der Tat, denkt sich Isabelle, durchzieht dieses unvorteilhafte Programm ihr Leben wie ein roter Faden. Unannehmlichkeiten, Unbequemlichkeiten und schlechte Gefühle, die schwierige Vorhaben fast immer begleiten, kann sie meist nur kurzfristig ertragen. Dauern sie länger an, dann fällt es ihr ausgesprochen schwer, beharrlich zu bleiben und das Tal des Unwohlseins zu durchschreiten.

 

Was kann Isabelle also tun? Spontan fallen mir einige Bausteine aus dem LangeWeg ein, die ihr helfen könnten. Besonders sind dies jedoch zwei: Sie könnte die Imagination sensorischer Eindrücke (ISE) nutzen, um erfolgreiche Beharrlichkeit zu imaginieren, und zwar – ganz wichtig gerade bei ihr – in einer Gruppe, in der sich alle wechselseitig unterstützen. Vielleicht sogar zusammen mit Menschen, die auch langfristig ihr Wunschgewicht erreichen und halten wollen. Längere Zeit mit einem Thema am Ball zu bleiben, funktioniert mit einer Kleingruppe erfahrungsgemäß sehr gut. Gemeint ist damit allerdings nicht eine nette Plauderrunde mit Tee und Gebäck. Für die effektive gemeinsame Arbeit an den eigenen Zielen empfehle ich die LangeWeg-Kleingruppe.

So organisiert, könnte Isabelle die Erfahrung machen, dass der LangeWeg nicht nur beim Abnehmen nützlich ist. 

 

3. Gesetz: Das Gesetz der beiden Widerstände

Immer dann, wenn du dich entwickeln oder verändern möchtest, kannst du mit zwei Widerständen Bekanntschaft machen – Widerstände, die deinen Entwicklungsweg behindern wollen. Der LangeWeg unterscheidet zwischen „äußeren“ und „inneren“ Widerständen.

 

Im nächsten Basic-Beitrag am 11.09.2020 werden beide Varianten erklärt.

 

Ich freue mich, dich dann wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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