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Gedanken zur Freiheit

 

 

"Frī-halsa" – jemand, dem sein Hals selbst gehört – das germanische Wort ist möglicherweise der Ursprung des heutigen Freiheitsbegriffs. Hier scheint also die Rede von jemandem zu sein, der ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

 

Wenn ich mich hier zum Thema Freiheit äußere, dann maße ich mir nicht an, diesen Begriff von einer philosophischen, theologischen oder rechtlichen Seite her zu beleuchten. Dazu bin ich erstens nicht qualifiziert und zweitens würde dieses Vorhaben meinen üblichen Blog-Artikel-Umfang deutlich überschreiten.

 

Deshalb will ich mich mit der Frage beschäftigen, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten, damit ein Mensch ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Freilich könnte man auch darüber ein umfangreiches Buch schreiben. Ich belasse es hier bei ein paar tiefer gehenden Gedanken. 

 

Freiheit aus der LangeWeg-Perspektive

In meinem Buch "Wer nix checkt, kann nix ändern!" geht es im Wesentlichen um die eingebettete Persönlichkeitsentwicklung. Was bedeutet, dass der Mensch seine in ihm, aber auch außerhalb seiner Person liegenden Möglichkeiten nutzt, um sich frei, das heißt selbstbestimmt, entfalten zu können.

 

Eingebettet ist der Mensch nach dem LangeWeg in sein soziales Umfeld, in seine ökologische Umwelt, in seine Kultur und – in seinen Körper!

Die freie Selbstentfaltung findet dort ihre Grenze, wo sie beginnt, dieses Eingebettetsein zu schädigen.

 

Um eine zügellose Selbstentfaltung geht es hier also nicht, auch nicht um eine fremd- oder selbstzerstörerische Ellenbogenmentalität, weil dies der Weg in die Krankheit, in den Verfall und letztlich in die Unfreiheit bedeuten würde.

Mir scheint, genau das ist der Weg, auf dem wir als Gesellschaft gegenwärtig wandeln. Gerade in unserer Kultur genießen Autonomie und Individualität einen sehr hohen Stellenwert.

 

Dabei bleibt nur zu oft außer Acht, dass der Mensch keine Insel ist.

 

Der LangeWeg hingegen steht für eine ethisch fundierte freie Persönlichkeitsentwicklung.

Was damit gemeint ist, möchte ich hier etwas genauer darstellen.

 

Voraussetzungen für die individuelle Freiheit

Die Möglichkeiten, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen, sind bereits im Menschen angelegt. Warum diese Möglichkeiten häufig nicht realisiert werden, hat bestimmte Gründe.

Genauer: Innere und äußere Barrieren sind dafür verantwortlich. 

 

Innere Barrieren

Damit meine ich Selbstsabotage-Programme, die sich die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens angeeignet haben. Das sind energieraubende Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster, welche die freie menschliche Entwicklung ausbremsen oder unmöglich machen können. Die Programmierung beginnt schon sehr früh und findet statt im Elternhaus, in der Schule, später in der Ausbildung ...

 

Natürlich wirken sich keineswegs alle Einflüsse, denen wir ausgesetzt sind, unvorteilhaft auf unsere Entwicklung aus – aber manche schon.

Um diese geht es hier.

 

Worin bestehen nun konkret innere Barrieren?

In meinem Selbsteinschätzungsbogen habe ich einige genannt.

Beispiele sind:

Manche Menschen haben gelernt, ...

  • ... die eigenen Entscheidungen ständig anzuzweifeln.
  • ... überhaupt wenig Selbstvertrauen zu haben.
  • ... dem inneren Schweinehund zu viel Futter zu geben.
  • ... die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nachrangig zu behandeln.
  • ... sehr hohe Leistungsansprüche an sich selbst zu stellen.
  • etc.

Diese inneren Hindernisse können den Menschen in seiner freien Entwicklung erheblich behindern. Deshalb ist es vorteilhaft, die eigenen Barrieren zu erkennen, um sie anschließend möglichst aufzulösen.

 

Äußere Barrieren

Damit ich nicht falsch verstanden werde, möchte ich betonen, dass es reale äußere Hindernisse geben kann, die die freie menschliche Entwicklung massiv ausbremsen – vor allem in Ländern mit großer Armut, Gesellschaftsschichten mit geringen Bildungschancen etc.

 

Die äußeren Barrieren, die ich im Folgenden beschreibe, treffen eher auf unseren westlichen Kulturkreis zu. Sie sind in der Regel überwindbar und sie sind sehr häufig.

 

Ungeschriebene Gesetze

In unserer konsumorientierten Leistungsgesellschaft gibt es einige ungeschriebene Gesetze, die unser Denken, Fühlen und Verhalten beeinflussen – keineswegs stets zu unserem Vorteil.

Eines der wichtigsten Grundgesetze lautet:

 

Verhältst du dich nicht wie ein Herdentier, gehörst du nicht zur Herde.

 

Und nicht nur das, du siehst dich zusätzlich noch häufig Anfeindungen und Kritik ausgesetzt.

Beispielsweise wenn du ...

  • ... eine*n wesentlich ältere*n/jüngere*n Lebensgefährten/Lebensgefährtin hast.
  • ... einen Lebensstil pflegst, der vom Mainstream abweicht.
  • ... Gedanken vertrittst, die das Althergebrachte infrage stellen.
  • ... als junger Mensch nicht das Outfit trägst, das gerade angesagt ist.
  • etc.

 

Beim LangeWeg hat diesbezüglich besonders das 2. Grundgesetz eine sehr weitreichende Bedeutung, es lautet: „Menschen erhalten ihre Probleme häufig dadurch aufrecht, dass sie kämpfen, flüchten, vermeiden und/oder sich unterwerfen.“

 

Wenn du dich an die kulturell-normativen Anforderungen zu sehr anpasst, sodass deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu kurz kommen, dann unterwirfst du dich diesen Regeln und vermeidest gleichzeitig die ehrliche Auseinandersetzung mit deinen Wünschen – und konservierst damit eventuell deine Unzufriedenheit und etwaige weitere Probleme.

 

Die ungeschriebenen Gesetze sind im Sinne des LangeWeges keine echten äußeren Barrieren, sofern ich sie als solche bewusst wahrnehme. Nehme ich sie bewusst wahr, liegt es an mir zu entscheiden, ob ich mich von ihnen leiten lassen will. Konsequent gedacht gibt es hier also nur verinnerlichte äußere Hürden.

Ist mir das klar, habe ich die freie Wahl und kann einen freien Entschluss fassen.

 

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es jedoch häufig so aus, dass der einzelne Mensch durch die ungeschriebenen Gesetze so stark geprägt wurde, dass es ihm nicht leichtfällt, sich von ihnen zu lösen. Die übernommenen Regeln werden teils bewusst, teils aber auch automatisiert bzw. unbewusst befolgt – in jedem Falle sind sie oft in Fleisch und Blut übergegangen. Sich von ihrer fesselnden Wirkung zu befreien, ist deshalb auch eine Herkulesaufgabe – selbst wenn der Wille hierfür vorhanden ist.

 

Weitere äußere Barrieren

Neben den ungeschriebenen Gesetzen existieren noch weitere äußere Einflüsse, die uns blockieren können. Oder die uns daran hindern können, den Weg zu gehen, der wirklich zu uns passt.

Hier ein paar Beispiele:

  • Ständig wird uns suggeriert, wir bräuchten dies und das, um glücklich zu sein. Oder um zur Herde dazuzugehören. Zu diesem Zweck sollten wir dieses "Irgendetwas" natürlich kaufen, am besten jetzt gleich.
  • Das Fernsehen und auch das Internet bilden gemeinsam eine sehr wirksame Ablenkungs- und Zerstreuungsmaschinerie. Wer sich täglich von ihr dauerberieseln lässt, der läuft Gefahr, von sich selbst abgelenkt zu werden.
  • Bereits in der Schule werden die Schüler mit Unmengen an Fakten, Informationen und Wissensbausteinen überhäuft, die sie später nie wieder brauchen. An den Universitäten sieht es nicht viel anders aus. Auch hier werden die Gehirne mit Informationen vollgestopft oder es wird den Studenten etwas beigebracht, wofür sie später keinerlei Verwendung mehr haben. Bis heute ärgere ich mich darüber, weil man damit sowohl die jungen Menschen als auch die Lehrkräfte überflüssigerweise quält und krank macht. Ich weiß nicht, ob sich dahinter eine gezielte Absicht verbirgt.
    Aber auf jeden Fall entfaltet dieses Vorgehen eine Wirkung, die durchaus erwünscht ist. Wenn nämlich die Gehirne derart auf Trab gehalten werden, dann haben sie keine Zeit mehr zum Nachdenken – über das Grundsätzliche und über das, was wirklich wichtig ist im Leben.

Noch ein Bremsklotz

Als Begleiterscheinung der genannten inneren und äußeren Barrieren möchte ich noch eine weitere gewichtige und sehr verbreitete Bremse für die freie Persönlichkeitsentwicklung nennen: der übermäßige Drogenkonsum.

Vor allem denke ich dabei an die Volksdroge Alkohol.

 

Alkohol hat durchaus verführerische Wirkungen:

  • er tröstet,
  • er hellt die Stimmung auf,
  • er nimmt schlechte Gefühle (kann diese aber auch verstärken!),
  • er vertreibt die Langeweile,
  • er lenkt von unangenehmen Gedanken und Dingen ab,
  • etc.

Wer jedoch regelmäßig und vor allem zu viel trinkt, beraubt sich seiner Energie. Er beschäftigt sich zu wenig mit Dingen, die ihn voranbringen, arrangiert sich mit ungeliebten inneren und äußeren Zuständen.

Das gilt natürlich auch für viele andere Drogen.

 

Barrieren weg – wie und wo geht´s nun weiter?

Angenommen, dir gelingt es, dich von den eben genannte Barrieren zu befreien. Dann wäre dein Großrechner zwar (ziemlich) frei von der genannten Schadsoftware – aber wie und wohin geht´s dann weiter?

 

Die gute Nachricht: Ist die Malware weg, ist der Zugang zu deinen Wünschen und Bedürfnissen frei. Dadurch wird der weitere Weg zu deinem selbstbestimmten Leben wesentlich leichter.

 

Wenn du dir nicht sicher bist, wohin die Reise ab jetzt gehen soll, dann empfehle ich dir die ISE-Technik anzuwenden, die in "Wer nix checkt, kann nix ändern!" genau beschrieben wird.

ISE heißt Imagination sensorischer Eindrücke.

Mit dieser Technik kannst du auch deine Lebensziele entwickeln.

 

Eine ISE-Kurzbeschreibung

Du suchst dir ein ruhiges und gemütliches Plätzchen und schließt die Augen.

Stelle dir vor zu träumen. Dann lasse die wichtigsten Erlebnisse und Erfahrungen deines bisherigen Lebens Revue passieren, bis du in der Gegenwart angekommen bist. Jetzt in der Gegenwart angekommen, ist dir plötzlich bewusst, dass du träumst. Weil dir das bewusst ist, verspürst du den unwiderstehlichen Wunsch, deinen Traumablauf ab jetzt selbst lenken zu wollen.

Du bist fortan der Regisseur deines Traumfilmes. Frage dich, was du ab jetzt erreichen möchtest und wie der Film enden soll. Stell dir die Wunschergebnisse so plastisch wie möglich vor. Unter Beteiligung aller Sinne. Du kannst die Ergebnisse nicht nur sehen, sondern am besten auch fühlen, hören, riechen und schmecken.

 

Mache einen Realitätscheck, nachdem du ausgeträumt hast. Prüfe, welche Ziele dir in der Realität erreichbar erscheinen. Wende nun die weiteren Schritte des LangeWeges an, damit du deine Ziele auch wirklich erreichen kannst.

 

Konnte ich dir ein paar Denkanstöße für deine freie persönliche Entfaltung geben?

 

Lisa – zwischenmenschliche Konflikte lösen

Im nächsten Praxis-Artikel am 08.05.20 stelle ich dir die Geschichte von Lisa vor. Sie ist ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und dennoch gerät sie in einen zwischenmenschlichen Konflikt. Der Artikel beschreibt, wie sie diesen mit dem LangeWeg lösen könnte.

 

Ich freue mich, dich dann wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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