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Die vier psychischen Grundbedürfnisse

 

Vier psychische Grundbedürfnisse des Menschen konnte der Psychologe

Klaus Grawe in umfangreichen Untersuchungen feststellen, und zwar

das Bedürfnis nach

1. Beziehung und Bindung,

2. Selbstwerterhöhung

3. Orientierung und Kontrolle sowie

4. Lustgewinn bzw. Unlustvermeidung.

 

Diese Bedürfnisse sind kulturübergreifend bei allen Menschen gleich, aber ihre jeweiligen Ausprägungen und Ausgestaltungen sind individuell unterschiedlich.

Zwei wichtige Fragen möchte ich dazu im Folgenden stellen:

 

1) Inwiefern stehen die vier Grundbedürfnisse in Zusammenhang mit Stress und Burn-out?

Es gibt hier einen deutlichen Zusammenhang! Besonders wenn die Bedürfnisse unerfüllt bleiben, verursacht das auf Dauer Stress.

 

Ein Beispiel: Angenommen, Herr Maier arbeitet in einem Betrieb, in dem ein schlechtes Betriebsklima herrscht. Die zwischenmenschlichen Kontakte zu den Kolleginnen und Kollegen gestalten sich schwierig. Vom Chef erhält Herr Maier für seine Arbeit und sein Engagement kaum Anerkennung. Darüber hinaus ist sein Dienstplan, den er nicht selbst zusammenstellt, vollgestopft mit Aufgaben, die zeitlich kaum zu schaffen sind. Zu guter Letzt ist Herr Maier von der Sinnhaftigkeit der Arbeitsanweisungen seitens des Chefs meist alles andere als überzeugt.

 

Mit einem Blick auf die vier Grundbedürfnisse stellen wir schnell fest, dass im Arbeitsalltag von Herrn Maier keines davon erfüllt wird. Wen wundert´s dann noch, dass er auf diesen Job keinen Bock mehr hat und sich zunehmend gestresst fühlt?

 

Genau aus solchen Zutaten ist häufig der Cocktail zusammengesetzt, der die Menschen ständigen negativen Stress erleben lässt, der sie dauerhaft belastet und ausbrennen lässt – ganz abgesehen von den vielen weiteren negativen Auswirkungen wie körperliche Beschwerden oder soziale Isolation. Hier werden die psychischen Grundbedürfnisse sträflich vernachlässigt – nicht selten mit gravierenden Folgen. 

 

2) Haben die vier Grundbedürfnisse etwas mit Resilienz zu tun?

Auch das! Mit Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit gemeint, also die Fähigkeit, Belastungen oder Krisen zu bewältigen. Wenn es Herrn Maier in seinem privaten Leben gelingt, seine vier Grundbedürfnisse gut zu befriedigen, dann besitzt er auf jeden Fall ein gutes Gegengewicht zum stressigen und unbefriedigenden Berufsleben. So könnte er sich genügend Ressourcen aufbauen, um die Arbeitszeit unbeschadet zu überstehen.

 

Allerdings stellt das keine dauerhafte Lösung dar, denn die vielzitierte „Work-Life-Balance“ meint ja nicht nur, dass dem unbefriedigenden Beruf auf der einen Seite das erfreuliche Privatleben auf der anderen Seite gegenübergestellt werden soll. Diese „Balance“ wäre eine sehr wackelige, die früher oder später kippen würde, denn das Leben lässt sich eben nicht in „nur beruflich“ und „nur privat“ trennen. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, wie lange diese Menschen „funktionieren“, bevor sich ihre Widerstandsfähigkeit erschöpft.

 

Fazit: (Psycho-)Logisch folgt daraus, dass der Mensch gut beraten ist, Voraussetzungen zu schaffen, damit die genannten Grundbedürfnisse ausreichend befriedigt werden – auf der beruflichen wie auf der privaten Ebene.

Befriedigt der Mensch seine vier psychischen Grundbedürfnisse, dann hat dies positive Auswirkungen auf seine Gesundheit und seine Zufriedenheit.

 

Kommen die Bedürfnisse umgekehrt zu kurz – aus welchen Gründen auch immer – so wirkt sich dies negativ auf die Gesundheit und die Lebenszufriedenheit aus.

 

Der Mensch ist nach dem LangeWeg außerdem ein „eingebettetes“ Wesen. Deshalb wäre es überaus vorteilhaft dafür zu sorgen, auch in kleinen und großen sozialen Einheiten – Familien, Betrieben, Organisationen, Gemeinden bis hin zu Staaten – günstige Rahmenbedingungen zu realisieren, welche die Bedürfnisbefriedigung bei jedem Einzelnen fördert.

 

Philosophischer Aspekt des LangeWeges

Nach der Philosophie des LangeWeges ist es ein großer Denkfehler zu glauben, dass Wohlbefinden und Gesundheit reine Privatsache seien. Die Fülle an Frust, Unzufriedenheit, Ärger, Wut, Krankheit des Einzelnen kehrt wie ein großer scharfkantiger Bumerang zur Gesellschaft zurück. Letztlich müssen wir alle in mannigfacher Form teuer dafür „bezahlen“.

 

Installiert also beispielsweise der Staat Gesetze, die günstige Rahmenbedingungen schaffen, um die vier psychischen Grundbedürfnisse des Einzelnen zu befriedigen, so wäre das nicht nur ethisch begrüßenswert.

Auch ökonomisch würde sich das lohnen. Dazu gibt es wissenschaftlich belastbare Berechnungen: stressbedingte Krankheit und Burn-out verursachen immense volkswirtschaftliche Kosten. 

 

Was haben die vier Grundbedürfnisse mit deinen Zielen zu tun?

Frage ich Menschen nach ihren Zielen im Leben, ernte ich nicht selten zunächst ratlose Blicke.

Oder es fallen Stichworte wie Familie, Auto, Haus, schöner Urlaub …

 

Mit dem LangeWeg kannst du jedes Ziel, das dir sinnvoll und wünschenswert erscheint, anstreben. Wie auch immer diese Ziele für dich aussehen mögen: Ich empfehle dir, deine Wunschziele (auch) an deinen psychischen Grundbedürfnissen zu orientieren.

 

Das bedeutet, dass es für dich ungemein gewinnbringend sein wird,

1. förderliche zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen,

2. dein Selbstwertgefühl auf hohem Niveau zu halten,

3. ein selbstbestimmtes Leben mit einem guten inneren Kompass zu führen,

4. Lust, Spaß, Freude und Genuss in dein Leben zu lassen.

 

Das klingt doch eigentlich machbar, oder? Warum aber befinden sich dann nicht viel mehr Menschen auf einem Wachstumspfad?

 

Das hat sicher mehrere Gründe. Einer der wichtigsten ist, dass sie durch die Aneignung von Selbstsabotage-Programmen daran gehindert werden, ihre Grundbedürfnisse zu beachten.

 

Wenn du deine eventuell vorhandene Malware erkennen möchtest, empfehle ich dir, den Selbsteinschätzungsbogen des LangeWeges auszufüllen. Damit gehst du einen ersten Schritt in Richtung eines zufriedeneren Lebens.

 

Marion – ein selbstbestimmtes Leben führen

Im nächsten Praxis-Artikel am 13.03.2020 stelle ich dir Marion vor. Sie sehnt sich nach einem selbstbestimmten Leben. Äußere und innere Barrieren hindern sie jedoch daran. Der Artikel beschreibt, wie diese Blockaden aufgelöst werden können.

 

Ich freue mich, dich dann wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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