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Sebastian – Manipulation und Missbrauch erkennen

 

 

 

Sebastian – Manipulation und Missbrauch erkennen

Obwohl man über das Thema Manipulation natürlich ein ganzes Buch schreiben könnte, möchte ich dennoch versuchen, dir anhand der kurzen Geschichte von Sebastian ein paar Tipps an die Hand zu geben, die dich künftig vor Täuschern schützen können. 

 

Die Geschichte

Sebastian arbeitet in einer großen Holzwerkstatt, die Kleinmöbel herstellt. Diese gehört zu einem Verbund mehrerer Werkstätten, die in ganz Deutschland verteilt sind. Oberster Leiter dieses Werkstättenverbundes ist der Geschäftsführer Herr Hölzli.

 

Vor einem Jahr schied Sebastians früherer Werkstattchef aus Altersgründen aus der Firma aus. Davor war klar, dass der Leiter des Materialeinkaufs, Herr Müller, sein Nachfolger werden würde.

 

Kurz nachdem sich abzeichnete, dass Müller dem bisherigen Chef auf dessen Stelle folgen würde, passierte Folgendes: Sebastians Abteilungsleiter, Herr Zwielicht, suchte auffällig oft die Nähe von Herrn Müller und umschmeichelte diesen heftig. Auch in Abwesenheit von Müller war Zwielicht stets voll des Lobes über ihn. Sebastian fiel das Umgarnen zwar auf, er konnte sich darauf aber zunächst noch keinen Reim machen.

 

Als nun Herr Müller in die Fußstapfen des alten Chefs trat, wurde Herr Zwielicht von Müller zum zweiten Mann unter ihm befördert. Zwielicht war ab diesem Zeitpunkt sozusagen die „rechte Hand“ des neuen Chefs. 

 

Zwielichts Metamorphose

Nun kam eine Entwicklung in Gang, die Sebastian aufs höchste erstaunte. Zwielicht, der Müller bislang bei jeder Gelegenheit glorifiziert hatte, begann plötzlich, schlecht über ihn zu reden. So, als hätte irgendjemand bei ihm einen Schalter umgelegt. Sowohl in fachlicher als auch in persönlicher Hinsicht ließ er im Beisein der anderen Mitarbeiter kein gutes Haar mehr an Müller.

 

Parallel dazu umgarnte jetzt Zwielicht alle Mitarbeiter der Werkstatt mit großem Engagement, indem er persönlich sehr wertschätzend mit ihnen umging und sie bei jeder Gelegenheit lobte. Auch Sebastian bekam nun von Zwielicht zu hören, wie toll und fähig er doch sei.

 

Die Verwandlung Zwielichts irritierte Sebastian sehr. Zusätzlich konnte er noch etwas anderes beobachten: Zwar ging Zwielicht mit dem Lob an die Mitarbeiter äußerst verschwenderisch um, aber seine schmeichelhafte Zuwendung schien an Bedingungen geknüpft zu sein. Wenn Zwielicht nämlich den Eindruck hatte, dass seine „Bemühungen“ bei einem Mitarbeiter keine oder nur wenig Resonanz hervorriefen, dann bekam dieser sehr schnell sein Missfallen, sein Unverständnis und seine Ablehnung zu spüren.

Lob und Zuwendung waren also an Gefolgschaft geknüpft.

Für Zwielicht gab es nur Freunde oder Feinde.

 

Sebastian begann allmählich das Kalkül Zwielichts zu durchschauen. Zwielicht wollte Müller wegmobben. Dafür brauchte er einen willfährigen Hofstaat, den er selbst durch narzisstische Pinseleien manipulativ heranzüchtete.

Leider funktionierte das zum großen Erstaunen Sebastians ziemlich gut. Aber wie sollte er sich in dieser Situation verhalten?

 

Mit dem LangeWeg Manipulationsversuche abwehren

Sebastian kannte den LangeWeg bereits, aber könnte dieser ihm in dem konkreten Fall helfen? Ja, im Grunde hatte er ihm bereits geholfen! In der „Betriebsanleitung“ des LangeWeges wird empfohlen, dass man den eigenen Gefühlen und Körpersignalen – besonders auch im zwischenmenschlichen Umgang – große Achtsamkeit schenken sollte. Das hatte Sebastian getan.

Er spürte ein ungutes Gefühl beim Umgang mit Zwielicht und versuchte, dieses aus einer distanzierten Warte zu ergründen. Deshalb ließ er sich von ihm nicht sonderlich beeindrucken und schon gar nicht einwickeln.

 

Allein das war schon ein guter Schutz vor Manipulation. Zudem erinnerte sich Sebastian an das „6. Grundgesetz“: „Der Mensch wird durch kurzfristige Konsequenzen gelenkt.“ Durch die Kenntnis dieses Gesetzes hatte er bereits einen wirksamen Immunschutz. Er ließ sich durch die emotionalen Bonbons, die kurzfristig gute Gefühle bescherten, nicht steuern – sehr zum Ärger Zwielichts.

Umgekehrt ließ sich Sebastian auch nicht von Zwielichts Ärger beeindrucken oder manipulieren. Er blieb ihm gegenüber fair und freundlich, aber distanziert.

 

Der Spitz – du kennst ihn hoffentlich noch(?) – kam auch hier wieder zum Einsatz. Zwielicht war der Spitz, der Sebastian mit seinen emotionalen Manövern anbellte. Klugerweise kämpfte Sebastian dagegen nicht an – weder innerlich noch im Äußeren. Er versuchte auch nicht, Zwielicht zu meiden. Und er unterwarf sich ihm nicht. Er ließ sich auf Zwielichts Spiel einfach nicht ein. Stattdessen verhielt er sich gemäß seinem inneren Kompass und ließ Zwielicht Zwielicht sein.

 

Das Ziel der meisten Manipulatoren besteht darin, durch emotionales Zuckerbrot und Peitsche andere Menschen dahin zu manövrieren, wohin diese aus eigenen Stücken eigentlich nicht wollen. Viele Menschen lassen sich auch durchaus durch diese Kombination aus Zuwendung und Bestrafung lenken. Ihre Lenkbarkeit ist für gewiefte Manipulatoren leicht erkennbar – so, als gäbe es bei den anderen einen roten Knopf, den sie nach Bedarf drücken können, was sie dann auch ganz berechnend tun – weil´s funktioniert.

 

Bei Sebastian hat es nicht funktioniert. Er hatte keinen roten Knopf und „knopflose“ Menschen werden für Manipulatoren sehr schnell uninteressant.

Sie setzen ihre Energien lieber bei steuerbaren Menschen ein.

 

Nun, wie ging die ganze Geschichte weiter? Sebastian sollte mit seiner Analyse der Gesamtsituation recht behalten. Nachdem sich Zwielicht sicher wähnte, einen großen Teil der Mitarbeiter hinter sich zu haben, marschierte er zum Geschäftsführer Hölzli und erzählte diesem die Untaten, Unfähigkeiten und Unmöglichkeiten des Herrn Müller – in der Hoffnung, Hölzli davon überzeugen zu können, Müller zu entlassen. Er hoffte dabei auch auf die Loyalität der im gefügigen Kollegen, die seine Version bestätigen würden. Natürlich spekulierte Zwielicht darauf, anschließend auf Müllers Stuhl Platz zu nehmen.

 

Hölzli reagierte aber nicht wie von Zwielicht erhofft. Er wollte sich selbst ein umfassendes Bild von der Situation machen, er wollte (natürlich) auch mit Müller und nicht nur mit den anderen Mitarbeitern reden. Schließlich kannte er Müller und hatte von ihm bisher einen guten Eindruck. Ergebnis: Müller blieb im Amt und Zwielicht wurde nahegelegt, seinen Hut zu nehmen. Auch Hölzli fiel also nicht auf die Manipulationsversuche Zwielichts herein. Am Ende hatte sich der Trickser selbst ausgetrickst – leider ist das nicht immer so.

 

Die vier psychischen Grundbedürfnisse

Im nächsten Basic-Artikel stelle ich dir die vier wichtigen psychischen Grundbedürfnisse vor. Sich an ihnen zu orientieren, beispielsweise wenn du deine Lebensziele bestimmen möchtest, empfehle ich dir sehr.

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

 

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