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Monika – sie denkt an alle und an alles, … nur nicht an sich!

 

 

Die Geschichte

Monika lebt mit ihrem Ehemann und dem siebzehnjährigen Sohn Paul in einer Großstadtwohnung. Die drei Jahre ältere Tochter Anne ist bereit vor einem Jahr zu ihrem Freund gezogen. Monikas Vater starb vor zwei Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, die sich jahrelang hingezogen hatte. Bereits viele Monate vor seinem Tod hat sie sich intensiv um ihn gekümmert.

 

Inzwischen beansprucht aber auch ihre Mutter, die unter Gelenk-Arthrose leidet, viel Engagement. Zwar kann sie sich noch selbst waschen und ihre kleine Wohnung in Schuss halten, aber bei den Einkäufen, Arztbesuchen und Botengängen ist Monika gefragt.

 

Der siebzehn Jahre alte Paul ist auf dem Gymnasium und tut sich dort sehr schwer. Bis jetzt hat er sich mit Ach und Krach durchgekämpft, aber nur, weil Monika ihn in den vergangenen Jahren beim Lernen unterstützt hat.

 

Der Ehemann arbeitet in wechselnden Schichten. Der Job ist für ihn so fordernd, dass er meist völlig erledigt nach Hause kommt, was bedeutet, dass Monika weitgehend allein den Haushalt schmeißt.

 

Die Eltern des Gatten sind zwar schon Mitte achtzig, aber noch sehr fit. Sie erwarten am Wochenende, besucht zu werden – ein Wunsch, den Monika und ihr Mann nachvollziehen können und stets versuchen, ihn zu erfüllen.

Ach so, ganz vergessen: Monika hat einen Halbtagsjob im Büro.

 

Seit etwa gut einem Jahr spürt Monika, dass ihre Batterien immer öfter leer sind, dass sie leicht reizbar und zunehmend dünnhäutig geworden ist. Selbst gegenüber ihrer Mutter fährt sie häufiger aus der Haut, was ihr im Nachhinein dann sehr leidtut. Irgendwie fühlt sie sich traurig und wütend zugleich.

 

Sie beginnt zu begreifen, dass das Leben an ihr vorbeirauscht. Für die Familienmitglieder ist sie Köchin, Putzfrau, Nachhilfelehrerin und Pflegerin.

Aber Zeit und Muße für sich selbst hat sie praktisch nicht.

 

Vor vielen Jahren bastelte sie noch gern, besuchte Kurse in der Volkshochschule und hatte ein paar Freundinnen, mit denen sie sich regelmäßig traf. All das ist im Laufe der Zeit fast unmerklich verloren gegangen. Monika ist mit sich und ihrer Situation unzufrieden, aber sie weiß nicht, wo und wie sie den Hebel umlegen soll.

 

Die Kurve kriegen – mit dem LangeWeg!

Was denkst du, wie könnte der LangeWeg Monika in ihrer Situation weiterhelfen? Sollte sie vielleicht ihre Fähigkeiten zur Stressbewältigung verbessern, damit sie mit dem Gegebenen besser zurechtkommt? Das würde ich im Falle von Monika nicht empfehlen, zumindest zunächst noch nicht. Monika würde ich „einfach“ und direkt fragen, wie denn ihr Leben ab jetzt wunschgemäß weiter verlaufen sollte.

 

Obacht!

An dieser Stelle möchte ich eine Zwischenbemerkung machen. Nicht selten begegnen mir Menschen, die mit Fragen nach den eigenen Bedürfnissen schlicht überfordert zu sein scheinen. Kein Mensch scheint sie bislang danach gefragt zu haben, was sie eigentlich wirklich wollen. Und selbst stellen sie sich diese Frage auch nicht. Diese Leute schauen mich dann oft an, als ob ich die Frage auf mongolisch gestellt hätte. Wenn also eine gesunde Selbstfürsorge in der Biografie der betroffenen Menschen bisher kaum eine Rolle gespielt hat, dann würde ich eine andere Vorgehensweise als im Fall von Monika wählen.

Das nur am Rande bemerkt, weil solche Fälle gar nicht so selten sind.

 

Bei Monika schaut es aber anders aus. Sie hatte ja Phasen in ihrem Leben, in denen sie auch eigene Interessen verfolgte. Das heißt, sie braucht sich nicht komplett neu zu erfinden. Bei ihr geht es eher darum, der früher durchaus vorhandenen Fähigkeit zur Selbstfürsorge wieder neues Leben einzuhauchen.

 

Es kann natürlich ohne Weiteres sein, dass Monika heute am Basteln gar keine so große Freude mehr hat. Oder dass sie mit den Freundinnen des „alten Schlages“ jetzt nicht mehr so viel anfangen kann. Das braucht sie jedoch keineswegs daran zu hindern, in sich hineinzuspüren, um herauszufinden, wohin die Reise ab jetzt gehen soll.

 

Sollte Monika also Mühe haben, auf die vorhin gestellte Frage, wie es bei ihr ab jetzt weitergehen solle, zu antworten, dann könnte sie die ISE-Kopfkino-Methode des LangeWeges anwenden, um zu erspüren, was sie ab heute anstreben möchte.

 

Falls du den Ablauf der Technik vergessen haben solltest, dann kannst du das in „Wer nix checkt, kann nix ändern!“ in Kapitel 3.1.2 nochmal nachlesen.

 

Angenommen, nach ISE würden sich drei langfristig wichtige Ziele für Monika herauskristallisieren: erstens, dass das Familienleben intakt bleibt; zweitens, dass sie künftig wesentlich mehr Zeit für sich hat, aber auch für gemeinsame Unternehmungen mit dem Ehemann. Und drittens möchte sie gerne wieder einen Freundeskreis aufbauen, der zu ihr passt. 

 

Obacht!

Ungeübten LangeWeg-Gehern kann es anfangs durchaus passieren, dass ihre ISE-Zielübungen durch die noch vorhandenen Selbstsabotage-Programme negativ beeinflusst werden. Deshalb auch hier meine beiden obligaten Empfehlungen: Selbsteinschätzungsbogen vorher ausfüllen und am besten eine Kleingruppe gründen.

 

Denk bitte stets daran: Persönliche Ziele lassen sich viel besser erreichen, wenn die inneren Hürden überwunden werden. Dazu müssen diese aber zunächst identifiziert werden.

 

Die Kleingruppe würde dann Monika darin unterstützen, sowohl die inneren als auch die äußeren Barrieren auf ihrem Weg hinter sich zu lassen. 

 

Selbstlenkung-Einführung

Im nächsten Basic-Artikel am 31.01.20 beschreibe ich die Selbstlenkung beim LangeWeg. Sie ist dir dabei dienlich, deine Wünsche und Ziele erfolgreich anzustreben. 

 

Geh beharrlich deinen Weg – meine besten Wünsche begleiten dich dabei

Herbert Lange

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